Woschitz Group

Ersatzquartier Torricelligasse für NMS Kinkplatz

Modulare Holz-Stahl-Konstruktion

Die Ersatzschule Torricelligasse 50 in 1140 Wien konnte als nachhaltiges Leuchtturmprojekt in der Kategorie „Immobilienprojekte“ des Green & Blue Building Awards 2017 hervorstechen. Diese „mobile Immobilie“ in modularer Holz-Stahl-Konstruktion in Fertigteilbauweise, die von der WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH im Auftrag der Stadt Wien – MA56 – Wiener Schulen entwickelt und realisiert wurde, kann bis zu fünf Mal demontiert und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden. Die Architekten Maurer & Partner sowie Raumkunst planten das in einer kurzen Bauzeit von ca. sieben Monaten errichtete, ökologisch hochwertige und modulare Ausweichquartier der Neuen Mittelschule am Kinkplatz. Die Fertigstellung erfolgte im September 2017. Generalunternehmer für dieses Projekt ist die ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH.

Besonderheiten

Rund fünf Jahre wird das Gebäude als Ersatzquartier während der Sanierung der Schule am Kinkplatz im Einsatz sein. Das Gebäude ist mit Direktions- und Lehrerräumlichkeiten, Klassen, allen Nebenräumen sowie einem Sportbereich ausgestattet und wird allen Anforderungen an einen modernen Schulbetrieb gerecht. Aufgeteilt auf drei miteinander verbundene Bauteile bietet das Gebäude aus Holz und Stahl eine Bruttogeschoßfläche von ca. 6.000 m², wobei ein Aufzug für den barrierefreien Zugang aller Räumlichkeiten sorgt. Die Raumzellen sind in einem strengen, gleichmäßigen Raster vorgefertigt. Sie können dadurch an einem anderen Standort in unterschiedlicher Anordnung wieder zusammengesetzt werden, was eine hohe Flexibilität bei der Wiederverwendung garantiert. Das für die Raumzellen und für die Fassade verwendete Holz stammt aus einer ökologisch und sozial betriebenen Waldbewirtschaftung und trägt sowohl das FSC- als auch das PEFC-Gütesiegel. Die vollflächige Lärchenholzfassade kann, so wie die Raumzellen, demontiert und wiederverwendet werden. Außenraffstore dienen als Sonnenschutz und tragen zu einem besonders angenehmen Raumklima bei.

Konstruktion

Die Raumzellen kommen hauptsächlich im Bereich der Unterrichtsräume bzw. bei den beiden Klassentakten zum Einsatz. Im Bereich der Turnhalle wurde nur der mittlere zweigeschossige Gebäudeteil in dieser Bauweise ausgeführt, die restliche Konstruktion wurde in Massivholzbauweise umgesetzt. Die Raumzellen bestehen aus einer Rahmenkonstruktion aus Stahlformrohren, die mit Holzbalken ausgefacht sind. Jede Raumzelle verfügt über eine Boden- und Deckenebene, dadurch erhält man eine zweischalige Konstruktion dieser Zwischendecken (Trenndecken) und wird somit auch den erhöhten Schallschutzanforderungen gerecht. Die Raumzellen wurden direkt auf Streifenfundamente bzw. auf aufgeständerten Stahlbetonbalken gesetzt. Im Hinblick auf den geforderten Rückbau wurden die Fundierungselemente auf ein Minimum reduziert, d.h. bei den höher aufgeständerten Bereichen wurden Einzelfundamente in einem größeren Raster, den doppelten Raster der Raumzellen, ausgeführt. Neben den in Raumzellenbauweise umgesetzten Klassentrakten wurden der Verbindungs- und der Turnsaaltrakt in Massivholzbauweise gebaut. Diese beiden Baukörper wurden an die örtliche Bebauungssituation angepasst und können nur bedingt bzw. nach entsprechenden Adaptierungsarbeiten an einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden. Die Dachkonstruktion über der Turnhalle wurde aufgrund der Großen Spannweite als Holzrippendecke ausgeführt.

Für die Tragwerksplanung zeichnet RWTplus und für Energydesign und Baubetreuung Woschitz Engineering verantwortlich, welche Mitglieder der WOSCHITZ GROUP sind.

Fotos © C. Woschitz

Information zu Projekt:

Ort
1140 Wien
Bauherr
Stadt Wien - MA56 –Wiener Schulen
Projektabwicklung
WIP – Wiener Infrastruktur Projekt GmbH
Architektur
Architekten Maurer & Partner, Raumkunst
Generalunternehmer
ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH
Zeitraum
2016-2017
Leistungen
Tragwerksplanung, Bauphysik, Baubetreuung, Energydesign

Umgesetzt mit:

  • RWT Plus
  • Woschitz Engineering