Zubau GTVS Novaragasse - Woschitz Group

Schule wurde erweitert

Grundgedanke des Entwurfes ist es, die derzeit bestehende Freifläche, also die „Baulücke“, im EG so weit wie möglich zu erhalten und mit Hartplatz sowie davor liegender Spiel+Sportfläche und dahinter liegender Parksituation als durchlässig erlebbare Zone mit Grünflächen für den Straßenraum zu gestalten. Durch die Überbauung des Freibereiches ergibt sich eine großzügige, witterungsunabhängige Spiel+Sport+Bewegungsfläche. Die Dachterrasse bietet, sonnengeschützt durch eine Pergolakonstruktion aus Holz, zusätzlich zum Raumprogramm zwei Freiklassen.

BAUPHYSIK

Heizwärmebedarf / Energieeffizienz
Die thermische Gebäudehülle für den Schulzubau ist hinsichtlich einer Minimierung des Energieaufwandes und der Maximierung der Behaglichkeit ausgelegt. Heizkosten werden durch die Einhaltung der Energieklasse A reduziert. Dies wird einerseits durch die Planung des kompakten Baukörpers, sowie durch die hochqualitative thermische Auslegung der Bauteile, vor allem der Fenster, erreicht. Das Gebäude wird an die Fernwärme angeschlossen, wodurch sich ein alternatives Energiekonzept erübrigt. Die Beheizung erfolgt über eine Niedrigtemperaturheizung/Fußbodenheizung.

Sommertauglichkeit
Der Kühlbedarf wird mittels strahlungsabhängig gesteuerten Rolläden in den Dachgeschoßen und auf der Südseite der 3-fach verglasten thermischen Gebäudehülle reduziert. Die Verschattungsmaßnahmen in den Hauptgeschoßen werden südseitig überdies durch vorgehängte, verschiebbare Holzpanele erreicht, die mittels Sonnenstandssimulation bewegt werden können. Ein natürliches Lüftungskonzept ermöglicht die Querlüftung- und Nachtlüftung der Bildungsräume.

Schallschutz und Akustik
In den Bildungsräumen der Schule ergeben sich laut OIB 5 Anforderungen an die Hörsamkeit. Diese Anforderungen werden durch die Kombination von schallharten und schallabsorbierenden Materialien wie abgehängten Lochdecken oder durch Mineralfaserdecken jeweils in Kombination mit akustisch wirksamen Wandpanelen, erreicht. In den Gängen und im Gymnastiksaal sind die Anforderung an Lärmminderung einzuhalten. Um die Anforderungen zu erfüllen, werden hierfür ebenfalls abgehängte Akustikdecken mit Hohlraumbedämpfung in Kombination mit akustisch wirksamen Wandpaneelen eingesetzt.

TRAGWERKSPLANUNG

Die Erweiterung ist in Massivbauweise konzipiert und besteht aus 6 Geschoßen (2 UG´s + 4 oberirdische Geschoße). Der Neubau schließt die Baulücke und wird beidseitig an den Bestand angebaut. In diesen Bereich werden die Bestandsfundamente mit der Baugrubensicherung (Bohrpfahlwand) gesichert. An Den 6- geschossigen Baukörper schließt der unterirdische Gymnastikraum an. Die tragenden Elemente – Decken, Wände – sind in Stahlbetonausführung geplant. Die Gebäudeaussteifung erfolgt über Wandscheiben und die massiv ausgeführten Stiegenhaus-, Lift- bzw. Sanitärkerne. Die Fundierung ist als Bodenplatte konzipiert. Die Baugrubenumschliessung erfolgt über eine ausgesteifte Bohrpfahlwand, die auch zur Lastabtragung im Bereich der Außenwände genutzt wird. Aufgrund der zweigeschossigen Unterkellerung sind laut Baugrundprognose die Außenbauteile (Bodenplatte, Außenwände) als „Weiße Wanne“ auszuführen.

Für die Architektur war die Raumkunst ZT GmbH verantwortlich. Die RWT plus ZT GmbH war mit den Leistungen Tragwerksplanung und Bauphysik beteiligt. Sie ist ein Mitglied der Woschitz Group.

Fotos © fürnkranz

Information zu Projekt:

Ort
Novaragasse 30, 1020 Wien
Architektur
Raumkunst ZT GmbH
Zeitraum
2018 - 2020
Leistungen
Tragwerksplanung, Bauphysik

Umgesetzt mit:

  • RWT Plus